Das Meer als Erziehungsmetapher

mare / Essay/  „Moralische Erziehung gründete oft auf Ehrfurcht, Autorität, Überzeugungskraft oder Wissen. Solche Attribute des moralisch Lehrenden waren nützlich um einem Volke das „richtige“ Denken und Handeln zu vermitteln. Sie treffen auf Götter zu, aber auch auf die Schriften von sterblichen Geistlichen, Dichtern und Philosophen. Dabei halfen ihnen Naturgewalten: den Göttern als direktes Werkzeug und den Sterblichen als Metapher, Gleichnis und Illustration ihrer Ideen. Diese Erziehungsmethode zieht sich durch die Antike, die Bibel und die Aufklärung. Das Meer spielt unter allen Naturgewalten eine außerordentliche Rolle. Es vereint Vernichtungskraft wie das Feuer, birgt aber auch Leben und trug stets zur Gestalt und zum Verständnis epochaler Weltbilder bei. Seine ehrfurchtsvolle, zeitüberdauernde Autorität wurde genutzt, um große, ethische Konzepte zu veranschaulichen. Der kreative Mensch ernannte das weite Meer nur zu gerne zu seinem Erziehungsgehilfen. Die für uns wohl bekannteste Lehre, die durch das Meer veranschaulicht wurde, ist die, der biblischen Sintflut.“ […]

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