Kunstmarkt – Frauen – Künstlerrollen

Artikel Die ZEIT//

Als sich die Performancekünstlerin Andrea Fraser beim Sex mit einem Sammler filmte, ging es ihr nicht primär um die Stellung der Frau auf dem Kunstmarkt, sondern um die grundsätzlichen Mechanismen des Marktes als Gleichung der Prostitution. Wäre diese Intention ebenso deutlich geworden, hätte hier ein männlicher Künstler mit einer Sammlerin geschlafen? Wenn anstelle von Jonathan Meese eine Künstlerin, etwa Katharina Grosse, wie ein naives Kind durch das Atelier hüpfen würde, um dem Daddy ihre Lieblingsbilder zu erklären, sähen nicht auch hier die Assoziationen zunächst gänzlich anders aus? Und was wäre, wenn nicht Vanessa Beecroft sondern ein Mann wie Markus Lüpertz weibliche Models bei Performances regelmäßig bis zur körperlichen und geistigen Erschöpfung für seine konzeptuellen Ziele benutzen würde?

 

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